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Hirnarterienaneurysmablutung



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Hirn[arterien]aneurysmablutung: Unterschiedlich schwere Gehirnblutung durch Platzen eines ausgeweiteten Gefäßes und häufige Ursache für nicht verletzungsbedingte Gehirnblutungen im mittleren Erwachsenenalter. Starke Raucher und Bluthochdruckpatienten haben ein erhöhtes Risiko.

Leitbeschwerden

  • Innerhalb von Sekunden bis Minuten einsetzende heftigste Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu
  • Möglicherweise Ausfälle, z. B. Sehen von Doppelbildern oder Krampfanfälle
  • Möglicherweise Nackensteife
  • Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit.

Wann zum Arzt

Heute noch, wenn Kopfschmerzen mit leichter Nackensteife verbunden sind

Sofort den Notarzt rufen, wenn Kopfschmerzen in noch nie erlebter Stärke auftreten oder mit Nackensteife oder Ausfällen verbunden sind.

Die Erkrankung

Hirnarterienaneurysmen entstehen durch angeborene „Webfehler“ von Arterien (Schlagadern) im Gehirn, am häufigsten an der Gehirnunterseite, die zu einer lokal begrenzten Gefäßwandschwäche führen können. Im Lauf der Zeit drückt der normale Blutdruck die Gefäßwand an dieser Stelle immer mehr nach außen, bis schließlich eine sackartige Ausweitung (Hirn[arterien]aneurysma) entstanden ist. Die Gefäßwand wird immer dünner, bis das Gefäß letztlich platzt (Aneurysmaruptur) und das Blut mit hohem Druck herausströmt. Je nachdem, wo das Aneurysma liegt und in welche Richtung das Blut dann fließt, ergeben sich unterschiedliche Situationen:

  • Am häufigsten fließt das Blut zwischen die Hirnhäute. Eine solche Subarachnoidalblutung (SAB) zeigt sich vor allem durch stärkste, vorher noch nie erlebte Kopfschmerzen („Vernichtungskopfschmerz“).
  • Seltener strömt das Blut in das umliegende Gehirngewebe. Diese Hirnblutung (intrazerebrale Blutung) führt zu schlaganfallähnlichen Symptomen.

Warnblutung. Nicht immer platzt das Aneurysma ohne vorhergehende Warnzeichen. Manchmal drücken große Aneurysmen auf umliegende Strukturen und führen zu Ausfällen (vor allem Störungen der Augenbewegungen mit Doppelbildern), oder es kommt zu einer kleinen Warnblutung mit mäßigen, aber anhaltenden Kopfschmerzen und einem „etwas steifen Nacken“. Solche Beschwerden sollten umgehend abgeklärt werden, da sie eine drohende Aneurysmaruptur anzeigen können.

Verlauf. Für leicht Erkrankte sind die Aussichten verhältnismäßig gut, für anfänglich bewusstlose Patienten aber schlecht (Sterblichkeit im ersten Monat 75 %). Häufig bleiben Dauerfolgen wie etwa Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen zurück. Da als Spätfolge die Hirnhäute und damit die Abflusswege des Liquors verkleben können und dann ein Hydrozephalus (Wasserkopf) droht, sind regelmäßige Kontrollen durch einen Neurologen sinnvoll.

Das macht der Arzt

Bei Verdacht auf eine Aneurysmablutung lässt der Arzt sofort ein CT oder einen Kernspin anfertigen, auf denen eine Blutung meist sichtbar ist. Moderne Techniken ermöglichen eine Gefäßdarstellung in der gleichen Untersuchung, um die Lage des Aneurysmas festzustellen. Nur wenn keine Blutung sichtbar ist, folgt eine Liquoruntersuchung zum Blutnachweis.

Alle Patienten mit einer Hirnaneurysmablutung müssen im Krankenhaus behandelt werden, meist ist eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich.

Die Gefahr einer erneuten Blutung ist kurz nach der Erstblutung besonders groß. Die Aussichten des Patienten sind deshalb am besten, wenn das Aneurysma möglichst früh ausgeschaltet wird, entweder durch operatives Abklemmen (Clipping) oder durch Vorschieben einer Metallspirale in das Aneurysma über einen Gefäßkatheter, die das Aneurysma „zustopfen“ soll (Coiling).

Geht es dem Patienten sehr schlecht oder kommt er (bei leichterem Verlauf) zu spät ins Krankenhaus, wird mit der Operation gewartet, weil dann das Risiko eines Schlaganfalls durch die Operation zu groß wäre. Denn ab dem 3. Tag verkrampfen sich die Blutgefäße im Gehirn als Reaktion auf die Blutung. Diese Verkrampfung bildet sich zwar nach etwa zwei Wochen von selbst wieder zurück, kann aber in der Zwischenzeit zu Durchblutungsstörungen führen.

Unabhängig vom Zeitpunkt der Operation werden während der Zeit der Gefäßkrämpfe gefäßerweiternde Medikamente gegeben, um die Gehirndurchblutung zu verbessern. Der Blutdruck wird auf einen niedrigen Normalwert eingestellt. Der Betroffene darf nicht aufstehen und sich nicht anstrengen, da ein Blutdruckanstieg eine erneute Blutung auslösen kann. Insbesondere bei schweren Blutungen kann sich außerdem eine bedrohliche und behandlungsbedürftige Hirndrucksteigerung entwickeln.

Im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt sind, vergleichbar dem Vorgehen beim Schlaganfall, häufig weitere Rehabilitationsmaßnahmen über Monate erforderlich.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Nicole Menche | zuletzt geändert am 25.04.2016 um 17:32


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