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Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts (Mastitis non-puerperalis, MNP): Akute Entzündung der Brustdrüse, meist Folge anderer Brusterkrankungen wie Mastopathie oder Makromastie, auch nach Einnahme bestimmter Medikamente (Tranquilizer, Psychopharmaka, Östrogenpräparate) auftretend, die die Milchsekretion in Gang setzen. Zu etwa 90 % tritt sie bei Frauen im geschlechtsreifen Alter auf, etwa 10 % der Fälle betreffen Frauen nach den Wechseljahren. Die Therapie erfolgt mit milchproduktionshemmenden Medikamenten und/oder Antibiotika.

Diese Form der Brustentzündung ist seltener als die Brustentzündung im Wochenbett (Mastitis puerperalis).

Brustdrüsenabszess: Abgekapselte Eiteransammlung in einem Hohlraum der Brust, der sich durch Einschmelzung von entzündetem Brustdrüsengewebe entwickelt hat. Ein Abszess entsteht in knapp 40 % aller Brustentzündungen außerhalb der Stillzeit und muss in der Regel operativ behandelt werden.

Leitbeschwerden

  • Schmerzhaft gerötete und überwärmte Brust
  • Fieber
  • Ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen
  • Vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle
  • Milchabsonderung.

Wann zum Frauenarzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Sich an der Brust eine beginnende Rötung und Überwärmung zeigt
  • Kühlende Umschläge keine Besserung bringen.

Sofort, wenn

  • Die Brust schmerzhaft gerötet, geschwollen und überwärmt ist
  • Hohes Fieber und Schüttelfrost auftreten.

Die Erkrankung

Auch außerhalb der Stillzeit können Hormonstörungen und Stress dazu führen, dass Milch produziert und nach außen abgesondert wird (Galaktorrhoe). Entsprechend kann ein Milchstau Nährboden für die Vermehrung von Keimen und die Entwicklung einer Brustentzündung sein. Die Einnahme bestimmter Medikamente erhöht ebenfalls das Risiko. Die Heilungschancen einer Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts sind etwas geringer als bei der Brustentzündung im Wochenbett, sie kann ebenfalls chronisch werden. In knapp 30 % aller Fälle tritt die Entzündung nach der Behandlung erneut auf.

Das macht der Arzt

Die Diagnose lässt sich anhand der Beschwerden und vorsichtiger Tastuntersuchung der Brust stellen; eine Abszessbildung schließt der Arzt mit einem Ultraschall aus. Da auch bei der Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts eine Milchabsonderung aus der Brust auftritt, wird in diesen Fällen frühzeitig mit Prolaktinhemmern behandelt, die die Milchsekretion blockieren (z. B. Bromocriptin-ct®). Wichtig ist eine ausreichend lange Behandlungsdauer, da sonst die Beschwerden schnell wiederkehren oder das entzündete Gewebe zu einem Abszess einschmilzt. Sind als Auslöser der Brustentzündung Bakterien nachgewiesen, wird antibiotisch behandelt. Besteht bereits ein Abszess, wird dieser mit Wärmeanwendungen (z. B. Rotlicht, Kurzwelle) zur Reifung gebracht. Anschließend schneidet der Arzt den Abszess in Kurznarkose ein und leitet die eitrige Flüssigkeit über eine Drainage ab. Dieser Eingriff ist ambulant möglich. Da auch bösartige Brusterkrankungen wie eine Entzündung aussehen können, sollte im Anschluss an eine Brustentzündung eine Mammografie durchgeführt werden.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Neben individuell abgestimmten Akutmitteln empfiehlt die Homöopathie Arnika sowie Komplexmittel (z. B. Naranotox plus®), die eine entzündungshemmende Wirkung haben sollen. Bessern sich die Symptome nicht innerhalb von zwölf Stunden, sollte ein Arzt aufgesucht werden.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Astrid Waskowiak, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 24.03.2016 um 18:47


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